Archiv der Kategorie: Modern Life

Freundliche Geste

Ich wollte es eigentlich gar nicht schreiben, weil es doch wieder zu traurig ist. Vor zwei Tagen lag eine Warensendung im Hausflur – aufgerissen und geplündert. Im Vorbeigehen muss sie sich jemand geschnappt haben, in der Hoffnung im Inneren mehr zu finden als ein Stück Plastik, mit dem er wahrscheinlich nichts anfangen kann. (Hülle für ein HTC Desire). Vor nicht allzu langer Zeit habe ich im Hausflur einen Aushang gesehen, dass ein Paket von Unbekannt angenommen und nie übergeben wurde. Das Schuhregal ist im März diesen Jahres verschwunden. In Zukunft muss ich echt darauf achten, ob die Warensendungen auch in den Briefkasten passen sollten. Alles andere geht versichert in die Packstation oder zur netten Nachbarin im Stockwerk unter uns.

Ich hab mich dann an die Post gewandt und mich dort mit der Bitte, in Zukunft nichts mehr im Hausflur zu hinterlegen, ausgeheult. Und lag ein dicker Briefumschlag von der Post in der Post. Ein nettes Anschreiben („Kundenzufriedenkeit …“) und mehr Briefmarken, als ich essen kann. 😉 Sehr nette Geste.

PS: Wolle Briefmarke kaufe?

Dia-Abend Thailand

Wow, ist das heute spät geworden. Vier Stunden Foto-Marathon für unsere Eltern, in denen wir Foto für Foto gezeigt haben, was uns in diesem August so widerfahren ist. Man muss seine Kinder schon sehr lieben, um sich 960 Fotos mit wenigen kurzen Pausen anzuschauen. Bestimmt wurde die ideale Anzahl Bilder für eine Urlaubsdiaschau bereits von einem Experten nach physio- und psychologischen Gesichtspunkten ermittelt und sie wird ohne Frage weiter unter diesem Wert liegen. 😉

Dafür haben wir vorher ein klassisches südthailändisches Massaman Curry serviert. Wir wollten eigentlich einheimische Gemüse dafür heranziehen, aber der Asialaden in Leverkusen Mitte hat so eine gut sortierte Gemüseabteilung, dass auch Okra-Schoten, Eierpflanzen-Früchte und Süßkartoffeln in den Topf wanderten. Ich wurde allerdings auch gezwungen den Schärfegrad mit geringerem Gewürz- und höherem Kokosmilch-Anteil auf gehobenes europäisches Niveau zu senken. Trotzdem war es feurig.

Über frittierte Bananen in süßem Tempura-Teig mit Vanille-Eiscreme muss man keine großen Worte verlieren. Mhhh, lecker.

Meine Schwester hat gestern Abend einen Blick auf die Fotos geworfen – nun fehlen nur noch Michi und Stefi, denen wir den vollen Umfang aber nicht mehr zumuten möchten. Wahrscheinlich würden wir selber das nicht noch einmal überleben. Es soll ja Menschen geben, die mit ihren eigenen Reiseberichten Stadtsäle und sogar die eigene Geldbörse füllen. Respekt.

Meine Nachrichtensperre, keine Bilder vorab zu posten, ist hiermit beendet.

Tenzing Norgay

Tenzing Norgay. Ich musste gestern auf das geballte Wissen von Uta und Key zurückgreifen, um die Frage zu beantworten, die mir schon seit Wochen durch den Kopf geistert: „Wie heißt die Redewendung, die sich auf einen Sherpa am Mount Everest bezieht und eine Person bezeichnet, die aus dem Hintergrund heraus ein Sache erst möglich macht?“.

Da wäre ich nie alleine drauf gekommen.

Dafür habe ich jetzt eine Eselsbrücke, die von einem zehnköpfigen Heterosexuellen-Chor erzählt, die auf einen Berg steigen. Liegt nahe oder? Ten sing, no gay. 😛

In Gedanken

Als ich gestern Vormittag in Richtung Opladener Bahnhof unterwegs war, stand ein Polizeiauto am oberen Ende der Fußgängerzone. Die Polizisten beobachteten über die Rückspiegel kritisch die wartenden Fußgänger an der Kreuzung und was sich sonst in der Nähe abspielte. Neben mir lief ein Gruppe Schulkinder, die Scherze darüber machten, ob „an die Seitenscheibe klopfen und wegrennen“ eine gute Idee für eine Mutprobe wäre.

Die Ampel wurde beim ersten Schritt auf die Fahrbahn rot und da ich als gutes Vorbild nicht noch über die Straße sprinten wollte, vertrieb mir die Zeit damit einen vertrockneten harzige Blütenstand mit den Schuhen zu zerflücken, der am Bordstein lag. Erst in der Regionalbahn wurde mir klar, dass ich da wohl eine Portion Cannabis auseinander genommen hatte. Wäre ich nicht so sehr in Gedanken gewesen, dann wäre es mir bestimmt gleich aufgefallen.

Wie verhalten sich Polizisten, wenn ihnen durch die Autoscheibe Drogen angeboten werden?

Im Angesicht der argwöhnischen Polizisten hat ein Käufer bestimmt das große Flattern bekommen und seinen Einkauf unauffällig aus der Jackentasche geschubst.  Auf dem Rückweg einige Stunden später war nichts mehr davon zu sehen. Entweder die Polizei hat sauber gemacht oder jemand hat sich mit den Überresten einen schönen Nachmittag gemacht.

Der nächste Polizeihund, der mir begegnet, beißt mir mit Sicherheit den rechten Fuß ab.

7 days later

Wenn man so einen Monat auf Reisen ist, dreht sich die Welt auch zuHause weiter. Eigentlich hätte ich nach dem Rückflug totmüde ins Bett fallen müssen, doch in der Post war zum einen ein dickes Bündel Unterlagen für meine Vertragsunterzeichnung am folgenden Tag (Mitarbeiterstelle am Institut), die ich noch auszufüllen hatte.

Mehr Kopfschmerzen hat mir der zweite wichtige Brief bereitet, in dem mir herzlich gratuliert wurde, dass meine Bewerbung für den Master an der FH angenommen wurde. Leider datierte der Einschreibetermin auf die zurückliegende Woche und das Kleingedruckte sah in Bezug auf die Konsequenzen der Versäumung richtig übel aus. Keine guten Voraussetzungen, um den Jetlag abzubauen.

Am nächsten Tag war ich zwar hundemüde, aber wie so oft regeln sich die Dinge meist deutlich unproblematischer als zu befürchten wäre. Bis auf eine funktionsuntüchtige MultiCa (die Kombi-Karte der FH) ist alles wieder eingerenkt. Das ich jetzt nicht mehr Kopieren, Bücher ausleihen, in der Mensa bequem bezahlen kann und auch mein Fahrschein abgelaufen ist – was so eine Zwangsexmatrikulation (beim Wort graust es mich schon) halt anrichten kann – hab ich wieder den Status „Student“.

Ansonsten habe ich mit meiner neuen halben Mitarbeiter-Stelle keinen echten Leerlauf bis das Semester Anfang Oktober wieder anläuft, dabei muss ich dringend Starcarft 2 spielen, wie ich beim letzten Match gegen Niko erfahren musste. Die halbe Terraner Kampagne qualifiziert einen ganz und gar nicht für eine Online-Spiel auf Zerg-Seite. So überfordert in Bezug auf die Auswahl der Einheiten war ich lange nicht mehr. Und der erste Teil ist schon so lange her, dass nur noch der leere Begriff „Zergling-Rush“ übrig geblieben ist.

Mein Handy fand ich sich leider nicht versteckt in einem dreckigen Socken, so dass ich mir nach reiflicher-spontaner Überlegung das HTC Wildfire bestellt habe, dessen voraussichtlicher Liefertermin nun an jedem Werktag um einen Tag verschoben wird – die Nachfrage scheint groß zu sein.

Ich bin also nach wie vor nicht mobil zu erreichen.

Kreislauf des Lebens

Mir ist vor einigen Wochen der Stylus (Eingabestift) vom Nokia 5800 XM abhanden gekommen. Der steckt in der Seite des Telefons und leiert solange aus, bis man ihn verliert. Und da Nokia das Problem kennt wird auch gleich ein Zweiter mitgeliefert. Gestern stand ich am Deutzer Bahnhof und ärgerte mich, dass ich meine Emails mit dem Fingernagel tippen muss, als ich mit dem Schuh auf etwas Ungewöhnliches trat. Als hätten mich die Geister in diesem Moment erhört: Ein passender Stylus, der wohl jemand anderem aus dem Telefon gefallen sein muss.

Das muss dieser berühmte Kreislauf des Lebens sein:
Als Stylus wird man in Plastik gepresst und anschließend im ewigen Zyklus benutzt, verloren und wiedergefunden. Die Buddhisten wollen der Reinkarnation durch Erleuchtung entfliehen – ich fand es in dem Moment ungemein praktisch. 🙂