Es weihnachtet gar sehr früh

Da laufe ich eines schönen sonnigen Tages im Frühherbst durch die Eingangstür meines Food-Dealers und möchte den saftigsten, grünsten und gesündesten Salat aller Zeiten im Tausch gegen Papiergeld erstehen – da trifft mich der Schlag.
Wo vor kurzem noch das gelbe, von Millionen Schuhen abgewetzte Linoleum dazu einlud, sich in direkter Linie in die Gemüseabteilung vorzukämpfen, versperren mir nun gigantische, bis zur Decke bepackte, Europaletten die Sicht auf Apfel, Birne und Feldsalat.

Eigentlich komme ich mit sämtlichen Angriffen der Lebensmittellobby auf mein Konsumverhalten ganz gut zurecht – und zwar mit aktiv ausgelebtem Desinteresse – doch die Aufschriften werfen mich dieses Mal ziemlich aus der Bahn.

Zimtsterne, Marzipankugeln, Lebkuchengebäck und Christstollen schlagen sich darum in meinen Einkaufswagen zu gelangen. Doch auch in meinem Weihnachtstaumel, in dem ich unter anderem unkontrolliert in einen Berg rotnäsiger Rentiere fahre, widerstehe ich der Versuchung.

Eine Frage drängt sich mir auf: „Warum? Warum jetzt?“.
Es ist Mitte September, das Laub wächst noch grün an den Bäumen und vor einigen Tagen war ich in der Bevertalsperre schwimmen.

Ich habe noch nicht einmal die reduzierten Schokoladentafeln Marke „Weihnachtstraum“ aus den Resteverkäufen der letzten Weihnachtszeit aufgebraucht. Irgendwas läuft hier doch schief!?

Für weitere Beobachtungen wäre eine längere Expedition in den Supermarkt von Nöten (z.B. um einen Konsumenten auf frischer Tat zu erwischen). Ob ich den Mut dazu aufbringen kann?

Ein Gedanke zu „Es weihnachtet gar sehr früh

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